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Übersicht der Krankheiten bei Tieren (nicht nur) im Ausland

Nicht alle Krankheiten sind dem Ausland vorbehalten....einige kommen auch in Deutschland vor.......

 

 

Babesiose

Babesien sind intrazellulär in den roten Blutkörperchen lebende Parasiten (Protozoa), die durch Zeckenbisse auf ihre Wirte übertragen werden (Bauer 2007). In Europa spielt als Überträger vor allem die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) eine Rolle. Sie breitet sich zunehmend weiter in Deutschland und Europa aus. Dies ist nicht zuletzt eine Folge des zunehmenden Reisetourismus, des Klimawandels und einer Strukturänderung in der Landwirtschaft (zunehmende Brachflächen) (Schein 2007).

Für Hunde sind vor allem Babesia canis canis, B. canis vogeli und B. canis rossi (große Babesienart) sowie Babesia gibsoni (kleine Babesienart) von Bedeutung. Prinzipiell sind Hunde jeden Alters empfänglich. Während die Infektion bei Hunde in Endemiegebieten in der Regel nur latent oder subklinisch verläuft, kommt es bei nicht-immunen Hunden (Reisetourismus) zu schweren Erkrankungen, die bei fehlender Behandlung letal verlaufen (Bauer 2007). Die Inkubationszeit beträgt 10 Tage bis zu 3 Wochen. Währenddessen erfolgt die Besiedelung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Dort vermehren sich die Babesien auch. Dadurch kommt es zu einer direkten Zerstörung der befallenen roten Blutkörperchen, begleitet von einer intra- und extravasalen Hämolyse (Bauer 2007). Die Erkrankung ähnelt der Malaria des Menschen und wird daher im Volksmund auch als Hundemalaria bezeichnet. Im Gegensatz zum Menschen ist für den Hund jedoch eine Vakzine von der Firma Intervet Deutschland GmbH mit EU-Zulassung erhältlich. Diese wird derzeit lediglich in Frankreich und der Schweiz verkauft. Zwar wird der Hund dadurch nicht vor einer Infektion geschützt, doch werden durch die Impfung die Schwere der klinischen Symptome einer akuten Babesiose (B. canis) sowie damit verbundene Anämien vermindert. Zusätzlich sollten die Hunde durch einen wirksamen Zeckenschutz vor einer Infektion geschützt werden. Hierzu eignet sich z.B. das Scalibor®-Protectorband, das sich sowohl durch seine Verträglichkeit als auch durch seine lange Wirksamkeit auszeichnet.

(Quelle:www.intervet.de)

Borreliose

Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung bei Mensch und Tier, verursacht durch verschiedene Spezies von Borrelia burgdorferi sensu lato. In Europa kommen vor allem B. garinii und B. afzelii vor, während in den USA vor allem B. stricto nachgewiesen wird. Die Spirochäten werden durch den Biss des gemeinen Holzbocks (Ixodes ricinus) übertragen. Obwohl die Infektion beim Hund sehr häufig vorkommt, entwickeln die Tiere viel seltener als der Mensch klinische Symptome.

Die Pathogenität hängt von der jeweiligen Spezies ab. Nach einer Inkubationszeit von 2-5 Monaten bekommen die Tiere Fieber, werden lethargisch und verweigern die Futteraufnahme. Unter Umständen sind wechselnde Lahmheiten zu beobachten. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, wobei nicht von einer vollständigen Erregerelimination ausgegangen werden kann. Daher muss mit möglichen Rezidiven gerechnet werden (Suter und Hartmann 2006). Einen gewissen Schutz bietet die Impfung mit einem in Europa zugelassenem Inaktivatimpfstoff. Dieser basiert jedoch auf B. burgdorferi sensu stricto, einer in Europa kaum vorkommenden Spezies, daher ist seine Wirksamkeit umstritten.

(Quelle:www.intervet.de)

 

Dirofilariose

Diese parasitäre Erkrankung wird durch Stechmücken übertragen. Ausgewachsene Würmer von Dirofilaria immitis (ca. 1 mm dick und bis zu 25 cm lang) finden sich in variabler Zahl im Herzen und in den Lungenarterien, ausnahmsweise auch in anderen Organen.
Bei infizierten Hunden kann sich die Herzwurmerkrankung durch Leistungsabfall, Husten, Atembeschwerden, Hecheln, Abmagerung und Stauungserscheinungen bemerkbar machen.
Die Diagnose kann mittels Bluttest (serologischer Nachweis) gestellt werden.
Die Prognose richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.
Eine Behandlung ist möglich, jedoch kann es nach der Behandlung, durch das Absterben der erwachsenen Würmer, zu Lungenembolien kommen. Bei schwerstem Befall muss man deshalb auch an eine operative Entfernung der Herzwürmer denken.
Prophylaxe: Spot-on-Verfahren (Stronghold*)

Ehrlichiose

Die Ehrlichiose ist eine Infektionskrankheit, die durch Zecken, v.a. Rhipicephalus sanguineus (= braune Hundezecke), übertragen wird. Relativ häufig sind Doppelinfektionen mit Babesien, da beide Erreger von denselben Zecken übertragen werden.
Die Ansteckung erfolgt durch den Zeckenbiß. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 8 und 20 Tagen.
Bei einer Erkrankung kommt es zu Fieberschüben (bis zu 41 °C), Freßunlust, Atemproblemen, Lymphknotenschwellungen, eitrigen Augen- und Nasenausfluß, Milzvergrößerungen bis hin zu Veränderungen des roten und weißen Blutbildes. In manchen Fällen zeigen die erkrankten Tiere erhöhte Blutungsneigung.
Die Diagnose wird anhand eines Bluttests (serologischer Nachweis) gestellt.
Die Prognose ist ungünstig in fortgeschrittenen Fällen, günstig bei rechtzeitiger Behandlung.
Bei der Behandlung kommen DOXYCYCLIN HYCLAT und symptomatische Maßnahmen zum Einsatz.
Prophylaxe: Zeckenbekämpfung mit geeigneten Mitteln.

Giardien

Giardien gehören zu den Protozoen (Einzeller) die über den Darm ausgeschieden werden....Symptome sind langanhaltender schleimiger Duchfall, teilweise auch blutig, evtl. Erbrechen...die Behandlung erfolgt mit dem Wirkstoff Fenbendazol..

 

 

Leishmaniose

Bei der Hundeleishmaniose handelt es sich um eine granulomatöse Haut- und Organerkrankung, die durch intrazelluläre Protozoen (Leishmania donovani infantum) verursacht wird. Die Ansteckung erfolgt durch Sandfliegen (blutsaugende Schmetterlingsmücken). Außerdem können Schmierinfektionen, mit Sekreten von Hautläsionen bei bestehenden Hautverletzungen, eine Infektion bewirken.
Die Inkubationszeit kann von mehreren Wochen bis zu 7 Jahren variieren.
Bei dieser Erkrankung unterscheidet man eine latente Form, die besonders im Anfangsstadium jahrelang unbemerkt bestehen kann und eine manifeste Form, die in unterschiedlichen Schweregraden separat oder gleichzeitig Haut, Bauchorgane und Blutsystem befallen kann.
Die Hundleishmaniose verursacht häufig unspezifische, oft schubweise Symptome, wie sie auch bei vielen anderen Krankheiten vorkommen können (Mattigkeit, gelichtetes Haarkleid, Fieberschübe, Abmagerung, Leber- und Milzvergrößerung, Muskelschwäche). Hochverdächtig sind eine chronische, nicht juckende und schuppende Hautentzündung und Haarlosigkeit (um die Augen, auf dem Nasenrücken, und an den Ohrspitzen). Die Hautveränderungen können sich auf Hals, Rücken, Gliedmaßen und Pfoten ausbreiten. Häufig kommt es infolge einer Entzündung des Krallenbettes zu einem übermäßigen Krallenwachstum. Die Lymphknoten sind vergrößert und das Abtasten des Bauchraumes kann Schmerz verursachen (große Milz und Leber). Des Weiteren können blutiger Kot und blasse Schleimhäute vorkommen.
Die Diagnose wird mittels einer, Bindehaut-und Hornhautentzündungen, Blutuntersuchung (serologischer Nachweis) gestellt.
Die Prognose ist vorsichtig zu stellen. Mit einer Behandlung kann zwar meistens eine Besserung erreicht werden, eine Heilung ist jedoch nur bei einem sehr geringen Prozentsatz zu erreichen. Bei infizierten, noch nicht erkrankten Hunden kann eine prophylaktische Therapie eingeleitet werden. Bereits erkrankte Tiere können mit speziellen Medikamenten behandelt werden.
Einen Impfstoff gibt es nicht.
Vorsicht ZOONOSE! Da eine Ansteckung über Hautwunden nicht komplett ausgeschlossen werden kann, sollte man auf peinlichste Hygiene, v.a. bei Kindern und geschwächten Personen, achten.

Parvovirose

Die Parvovirose ist eine hochansteckende, weltweit verbreitete Viruserkrankung, die insbesondere für ungeimpfte Hunde eine große, mitunter tödliche Gefahr darstellt. Sie wird durch das canine Parvovirus (CPV) hervorgerufen. Dabei handelt es sich um ein sehr widerstandsfähiges behülltes DNA-Virus, das Monate, u.U. sogar in der Umwelt überleben kann. Die erste dramatische Epidemie, im Laufe derer Tausende Hunde verendeten, war in den 70er Jahren, noch bevor Schutzimpfungen gegen diese Virusinfektion zur Verfügung standen. 1978 wurde erstmals das Virus CPV-2 in den USA isoliert (König, Moritz und Thiel 2007). Schon bald nach dem ersten Auftreten des ursprünglichen CPV-2 kam es zur Bildung der neuen Varianten 2a und 2b, die CPV-2 weltweit ersetzten. Sie unterscheiden sich durch Aminosäureveränderungen im VP-2 Protein. Im Jahr 2000 wurde zunächst in Italien ein neuer Typ isoliert, der in der italienischen Hundepopulation inzwischen das CPV-2b ersetzt. Diese Mutante wird als neue antigene Mutante 2c bezeichnet. CPV-2c tritt mittlerweile in vielen Ländern wie Spanien, Deutschland und Großbritannien auf - was gerade auch für das Reise mit Hunden von Bedeutung ist. Ihre weltweite Verbreitung setzt sich auch in Südamerika fort, wo sie erstmals in diesem Jahr als Erreger schwerer blutiger Magen-Darm-Entzündungen beschrieben wurde.

Obwohl derzeit keine Epidemien mehr beobachtet werden, treten Parvovirusinfektionen jedoch nach wie vor recht häufig bei ungeimpften Hunden auf, die nicht selten tödlich für die Tiere enden. Ebenfalls besonders gefährdet sind Welpen, deren maternale Antikörper gerade unterhalb der schützenden Grenze gefallen sind und deren körpereigene Antikörperproduktion erst im Aufbau begriffen ist. Diese Tieren sterben häufig noch vor Erreichen ihres dritten Lebensmonats an den Folgen einer Entzündung des Herzmuskels (König, Moritz und Thiel 2007). Die Tiere können noch Jahre später an Herzversagen sterben (Suter Hartmann 2006). Ein wirksamer Impfschutz wird bei diesen Welpen jedoch durch die noch vorhandenen, restlichen maternalen Antikörper verhindert, da sie das im Impfstoff enthaltene Antigen als „fremd“ erkennen und zerstören. Kommen Welpen jedoch ohne einen ausreichenden maternalen Schutz auf die Welt, so ist die Gefahr einer generalisierten Erkrankung und Tod nach 2-12 Tagen besonders groß. Generell können sich aber alle Hunde ab einem Alter von vier Wochen infizieren, hauptsächlich erkranken jedoch Tiere, die jünger sind als ein Jahr.
Die Ansteckung erfolgt vorwiegend durch die Aufnahme von infiziertem Kot über verunreinigtes Futter, Belecken von Fell und Händen, Teppichen oder Kleider. Andere Sekrete oder Exkrete spielen hier nur eine geringe Rolle. Eine direkte Übertragung des Virus von Hund zu Hund ist selten.

Das CPV benötigt zu seiner Vermehrung Zellen mit einer hohen Teilungsrate wie z.B. Zellen der Darmkrypten und des hämatopoetischen und lymphopoetischen Systems. Die Besiedlung dieser Zellen führt bereits wenige Tage nach der Infektion zu entsprechenden Symptomen (Suter und Hartmann 2006). Der Schweregrad der Infektion mit dem Parvovirus variiert stark und der Verlauf hängt zum einen von der Infektionsdosis, zum anderen vom Alter und vom Immunstatus der Tiere ab (Suter und Hartmann 2006, König, Moritz und Thiel 2007). Während ältere Hunde seltener erkranken, sind ungeimpfte oder ungenügend geimpfte Junghunde bis zu einem Alter von sechs Monaten stark gefährdet. Bei Dobermannpinscher, Rottweiler und Deutschem Schäferhund wird von einer zusätzlichen Rasseprädisposition ausgegangen (Suter und Hartmann 2006).

Nach einer Inkubationszeit von 4-7 Tagen kommt es in der Regel zu einem akuten Verlauf mit plötzlichem, starken und anhaltendem Erbrechen. Kurz darauf setzt wässriger oft blutiger Durchfall ein (König, Moritz und Thiel 2007). Die Tiere können bis zu 41,5°C Fieber haben oder leiden an Untertemperatur. Auf Grund von Durchfall und Erbrechen sind die Tiere schnell dehydriert. Zu Todesfällen kommt es vor allem bei Junghunden in Folge von Endotoxinschock bzw. einer Blutvergiftung (König, Moritz und Thiel 2007). Die Infektion des Knochenmarks führt zu einem ausgeprägten Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie), wobei die Lymphozyten besonders betroffen sind. Die daraus resultierende Immunsuppression begünstigt Sekundärinfektionen mit Bakterien oder dem Caninen Coronavirus (König, Moritz und Thiel 2007).

Trotz einer umgehenden symptomatischen Behandlung bleibt die Prognose einer klinisch manifesten Parvovirose mäßig bis zweifelhaft. Überleben die Tiere den fünften Krankheitstag, bessert sich die Prognose. Auf Grund einer Schädigung des Herzmuskels durch das Virus, kann es zu Herzmuskelentzündungen kommen.

Der wirksamste Schutz ist eine gegen alle Varianten (CPV 2a, 2b und 2c) des Virus schützende Impfung im Welpenalter. Solch ein Schutz wird z.B. durch den Intervet Parvo Impfstamm, der in allen Parvo haltigen Impfstoffen in sehr hoher Antigenkonzentration enthalten ist, bewirkt. Die Impfstoffe können bereits ab einem Alter von 4 Wochen eingesetzt werden. Wichtig für die Ausbildung einer wirksamen Immunität ist eine korrekt erfolgte Grundimmunisierung (siehe Staupe).

Anschließend ist eine Auffrischimpfung lediglich alle drei Jahre erforderlich. In Zuchten, in denen Probleme mit dem Parvovirus aufgetreten sind, sollte auf eine gute Immunisierung der Hündinnen vor der Trächtigkeit geachtet werden (Truyen 2006). In diesem Zusammenhang spielt aber auch ein Höchstmaß an Hygiene eine bedeutende Rolle, um zu vermeiden, dass die Welpen mit großen Virusmengen in Kontakt kommen.

Merke:Die Parvovirose ist eine hochansteckende, weltweit verbreitete Viruserkrankung, die insbesondere für ungeimpfte Hunde eine große, mitunter tödliche Gefahr darstellt. Weltweit kommen verschiedene Varianten des Caninen Parvovirus vor (CPV 2a, 2b und 2c). Die Ansteckung erfolgt vorwiegend durch die Aufnahme von infiziertem Kot über verunreinigtes Futter, Belecken von Fell und Händen, Teppichen oder Kleider. Es können sich alle Hunde ab einem Alter von vier Wochen infizieren, hauptsächlich erkranken jedoch Tiere, die jünger sind als sechs Monate bzw. ein Jahr. Der wirksamste Schutz ist eine gegen alle Varianten (CPV 2a, 2b und 2c) des Virus schützende Impfung im Welpenalter. Solch ein Schutz wird z.B. durch den Intervet Parvo Impfstamm, der in allen Parvo-haltigen Impfstoffen in sehr hoher Antigenkonzentration enthalten ist, bewirkt. Die Impfstoffe können bereits ab einem Alter von 4 Wochen eingesetzt werden. Wichtig für die Ausbildung einer wirksamen Immunität ist eine korrekt erfolgte Grundimmunisierung (siehe Staupe). Anschließend ist eine Auffrischimpfung lediglich alle drei Jahre erforderlich.

(Quelle:www.intervet.de)

 

Kokzidien

Kokzidien gehören ebenfalls zu den Einzeller und werden auch über den Darm ausgeschieden.....sie machen sich ebenfalls durch starken Durchfall, der oft blutig/schleimigist bemerkbar.......ein Test bringt schnell Klarheit...die Behandlung erfolgt unter anderem mit Metronidazol. Behandelt ist die Erkrankung schnell vorbei....aber gerade bei Welpen endet sie unbehandelt oft tödlich...

Staupe



Die Staupe (canine distemper) war vor Einführung der Impfung (um 1960) die verlustreichste Virusinfektion des Hundes (Horzinek und Truyen 2006, König, Moritz und Thiel 2007). Bei ungenügendem Impfschutz oder mangelhaftem Immunisierungsgrad der Population kann es zu Epidemien mit hoher Mortalität kommen. Das zeigt die Staupe-Epidemie in Finnland 1994 -1995. Ihr fielen Hunderte Tiere zum Opfer und sie konnte erst gestoppt werden, als etwa 70% der Welpen in dem betroffen Areal geimpft worden waren (Horzinek und Truyen 2006).

Bei der Staupe handelt es sich um eine durch ein Paramyxovirus (RNA-Virus) hervorgerufene, hoch ansteckende Infektionskrankheit bei Hunden und anderen terrestrischen Carnivoren wie Fuchs, Wolf, Dingo, Kojote, Schakal, Frettchen, Nerz, Wiesel, Waschbär und Seehund. Hauskatzen lassen sich zwar mit dem Virus infizieren, zeigen jedoch keine Symptome. Während ein Zusammenhang mit der Multiplen Sklerose des Menschen wurde inzwischen ausgeschlossen, steht diese Abklärung mit Morbus Paget noch aus (König, Moritz und Thiel 2007).

Infizieren können sich Tiere jeden Alters oral oder aerogen über Sekrete und Exkrete infizierter Hunde (Tröpfcheninfektion), jedoch sind vorwiegend junge Hunde zwischen drei und sechs Monaten, ungeimpfte oder immunsuppressive Tiere betroffen. Die indirekte Erregerübertragung durch Hände, Kleidung, Schuhe, Futternäpfe usw. ist von geringerer Bedeutung. Eine intrauterine Infektion der Welpen ist ebenfalls möglich.

Außer bei intrauterin infizierten Welpen, die mit dem Rückgang der maternalen Antikörper erkranken, beträgt die Inkubationszeit zwischen 3-7 Tagen. Anschließend kommt es je nach Virulenz des Erregers und der Immunantwort dann zu einem akuten, subakuten oder chronischen Verlauf. Je nach den dominierenden Symptomen spricht man von katharrhalischer, gastrointestinaler, kutaner oder nervöser Staupe. Eine Sonderform stellt die selten auftretende Hartballenkrankheit (hard pad disease) dar. Diese ist durch eine übermäßige Verhornung der Haut der Ballen und des Nasenspiegels gekennzeichnet (König, Moritz und Thiel 2007). Die Prognose ist hier ebenso wie bei der nervösen Staupe ungünstig. Allerdings müssen auch die anderen Formen als zweifelhaft beurteilt werden, da keine spezifische Behandlung möglich ist.

Nach einer ersten Virämie, die durch einen Anstieg der Körpertemperatur für 1-2 Tage auf 40° C sowie Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, serösen Augen- und Nasenausfluss gekennzeichnet ist, kommt es nach dem Absinken der Körpertemperatur in den Normalbereich zur Organmanifestation. Der weitere Verlauf der Erkrankung, die Organbesiedlung und eventuelle Sekundärinfektionen hängen in erster Linie vom Immunstatus des Tieres ab (Suter und Hartmann 2006). Baut sich eine gute humorale und zelluläre Immunantwort auf, wird das Virus nach etwa 14 Tagen eliminiert, ohne klinische Symptome hervorgerufen zu haben (subklinischer Verlauf). Nur in seltenen Fällen entwickelt sich aus solch einer stummen Infektion später neurologische Symptome oder die so genannte „Hartballenkrankheit“ (Suter und Hartmann 2006). Das Virus vermag außerdem im Nervengewebe, Haut und Augen zu fortzubestehen und vermutlich noch Jahre später Symptome hervorzurufen.

Die Symptome variieren je nach dem, welche Organe betroffen sind und nach Vorkommen und Art der bakteriellen Sekundärerreger. Diese werden ebenso wie andere Erkrankungen durch die durch das Staupevirus bedingte Immunsuppression (Immundefizit) begünstigt.

Bei schlechtem Immunstatus entwickelt der Hund respiratorische (eitriger Augen- und Nasenausfluss, Husten, Niesen, Bronchitis, Bronchopneumonie und Durchfall) oder intestinale Störungen (Durchfall, Erbrechen, Dehydratation) unterschiedlicher Ausprägung. Häufig folgen darauf ZNS-Störungen (nervöse Staupe) mit tonisch-klonische Krämpfen, Bewusstseinstörungen, gesteigerte Aggressivität und rhythmische Muskelkrämpfe sowie Paresen und Nervenlähmungen.
Bei der Hautform treten infolge Sekundärinfektionen an den Innenflächen der Schenkel und auf der Ohrinnenfläche Bläschen und Pusteln zusammen mit einer starken Hautrötung auf. Infizieren sich juvenile Tiere während des Zahnens, kommt es zu Zahnschmelzdefekten („Staupegebiss“).

Am schwersten und oft tödlich verläuft die Staupe bei ungeimpften bzw. ungenügend geimpften und/oder gestressten Junghunden (Suter und Hartmann 2006). In den letzten Jahren sind auch in Deutschland wieder vermehrt Staupefälle aufgetreten. Als Ursachen werden eine gewisse Impfmüdigkeit der Besitzer als auch ein zunehmender Import von Hunden ohne ausreichenden Impfschutz vermutet (Suter und Hartmann 2006).

Die Tiere werden am besten durch eine Impfung geschützt. Diese sollte am besten in der achten Lebenswoche mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, gegebenenfalls Parainfluneza und Leptospirose erfolgen. In der zwölften Lebenswoche sollte diese Kombination dann noch durch die Tollwutimpfung ergänzt werden. Laut Empfehlungen der Ständigen Impfkommission umfasst die Grundimmunisierung weitere Impfungen in der 15./16. Lebenswoche und dann noch mal ein Jahr später. Anschließend wird die Impfung gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose alle drei Jahre aufgefrischt, die anderen Komponenten müssen halbjährlich bzw. jährlich aufgefrischt werden. Die Firma Intervet bietet dafür entsprechende Kombinationsimpfstoffe an.

In besonders gefährdeten Beständen kann die Grundimmunisierung des Welpen gegen Staupe und Parvovirose bereits mit vier Wochen beginnen. Dazu steht von der Firma Intervet ein Kombinations-Lebendimpfstoff gegen Staupe und Parvovirose zur Verfügung.

Merke: Die Staupe (canine distemper) ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung der Fleischfresser. Vor Einführung der Impfung um 1960 war Staupe die verlustreichste Virusinfektion des Hundes. Bei ungenügendem Impfschutz oder mangelhaftem Immunisierungsgrad der Population kann es auch heute noch zu Epidemien mit hoher Todesfolge kommen, wie die Staupe-Epidemie in Finnland 1994 –1995 verdeutlicht. Ihr fielen Hunderte Tiere zum Opfer und sie konnte erst gestoppt werden, als etwa 70% der Welpen in dem betroffen Areal geimpft worden waren.

Hunde jeden Alters können erkranken, jedoch sind vor allem junge Hunde zwischen drei und sechs Monaten, ungeimpfte oder immunsuppressive Tiere betroffen. Die Infektion erfolgt oral oder aerogen über Sekrete und Exkrete infizierter Hunde (Tröpfcheninfektion), oder seltener auch durch indirekte Erregerübertragung über Hände, Kleidung, Schuhe, Futternäpfe usw. Das Virus kann noch Jahre nach der Infektion klinische Symptome hervorrufen. Die Impfung gegen Staupe gehört daher zu den so genannten Pflichtimpfungen, die jeder Hund erhalten sollte. Am besten wird mit der Grundimmunisierung bereits im Alter von 8 Wochen mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, gegebenenfalls Parainfluneza und Leptospirose begonnen. Ab einem Lebensalter von 12 Wochen sollte diese Kombination dann noch durch die Tollwutimpfung ergänzt werden. Laut Empfehlungen der Ständigen Impfkommission umfasst die Grundimmunisierung weitere Impfungen in der 15./16. Lebenswoche und dann noch mal ein Jahr später. Der Impfschutz gegen Staupe muss dann alle 3 Jahre aufgefrischt werden.

(Quelle:www.intervet.de)

 

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